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OTZ Thüringenrundfahrt

23. Juli 2010 www.otz.de

Kupfernagel gewinnt Einzelzeitfahren in Schleiz

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  • Hanka Kupfernagel sorgte nur einen Tag nach ihrem totalen Einbruch für einen groß gefeierten Heimsieg beim Einzelzeitfahren in Schleiz. Foto: Sascha Fromm
Am Tag, als der Regen kam, lachte die Sonne. Zumindest in ganz Ostthüringen, wo tausende Fans mit ihrer Hanka Kupfernagel um die Wette strahlten. 24 Stunden nach ihrem Hitzeeinbruch trumpfte die Geraerin beim Einzelzeitfahren in Schleiz derart auf, dass es der Konkurrenz aus 17 Ländern regelrecht den Atem verschlug.
Schleiz. Und Kupfernagel selbst zuallererst. Denn als man sie zur Siegerehrung der 4. Etappe aufrief, war sie zunächst wie vom Erdboden verschluckt. "Ich hab mich bis zum Letzten ausgequetscht, aber nie damit gerechnet, dass ich gewinne", erklärte sie hinterher. Bis ihr Bundestrainer Thomas Liese beim Auffrischen im Teamwagen zurief, dass ihre Fahrzeit von keiner der anderen 70 Fahrerinnen der Thüringen-Rundfahrt unterboten worden war. 32:27 Minuten benötigte die 36-Jährige für die 23,3 km lange Achterbahn und verwies die um 10 Sekunden langsamere Niederländerin Regina Bruins sowie die 26 Sekunden zurückliegende Spitzenreiterin Olga Zabelinskaja auf die Plätze. Das entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 43,08 km/h, in Anbetracht der strapaziösen Hitze-(Tor)tour vom Vortag und des berg- und kurvenreichen Profils des Zeitfahrkurses fast schon sensationell.
"Der Kurs war hart, aber noch härter hier sind meine Fans, die mich antreiben", lachte sie ins Mikrofon einer australischen Reporterin, und wie zur Bestätigung schwenkten die "Wilden Jungs vom Hanka-Berg" ihr Fähnlein der sieben Aufrechten aus Triebes und kündigten ein Riesenrad von Strohballen auf dem Dörtendorfer Berg an. "Wenn ich dran denke, dass ich da am Sonntag drei Mal hoch muss", seufzte die Brünette mit den braunen Augen und erzählte, wie sie sich nach der Schwäche vom Vortag gestärkt hatte. "Ich habe die letzte Nacht nicht im Teamhotel, sondern unterm Dach meines Elternhauses in Neustadt verbracht. Zwar konnte ich nach meiner Magenverstimmung keine Hausmannskost genießen", lachte sie, "aber der Heimschlaf hat mir richtig gut getan". Dass sie nach dem Pech vom Vortag auf der Runde um Schleiz auch Glück gehabt habe, ließ Hanka nicht unerwähnt. "Als Crossspezialistin kamen mir das ständige Auf und Ab und die vielen Kurven entgegen", erläuterte sie, "und dass es erst nach meinem Rennen so richtig zu regnen begann, war sicher auch kein Nachteil". Spitzenreiterin Olga Zabelinskaja hatte es da etwas schwerer, denn als die Russin nach zehn Kilometer Krispenroda passierte, goss es wie aus Kannen. Trotzdem bestand sie die Prüfung der Wahrheit: Die 30-jährige alte Exweltmeisterin aus St. Petersburg, die für das italienische Team Safi Pasta Zara fährt, baute als Dritte ihren Vorsprung in der Gesamtwertung vor der litauischen Exweltmeisterin Pucinskaite auf 2:55 Minuten aus. Mit ihrem fünften Platz in respektablen 33:01 Minuten machte die Cottbusserin Trixi Worrack erstmals bei dieser Rundfahrt von sich reden und schob sich auf den achten Gesamtrang vor.

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