Presseartikel
Silber für Kupfernagel - Ärger für Walsleben
31. Januar 2010 sueddeutsche.de
Bei den Cross-Weltmeisterschaften im tief verschneiten Freizeitpark von Tabor in der Tschechischen Republik hat Hanka Kupfernagel wie im Vorjahr Silber erkämpft.
Tabor (dpa) - Bei den Cross-Weltmeisterschaften im tief verschneiten Freizeitpark von Tabor in der Tschechischen Republik hat Hanka Kupfernagel wie im Vorjahr Silber erkämpft.
Die Thüringerin aus Gera musste sich wie 2009 in Hoogerheide mit Platz zwei hinter Titelverteidigerin Marianne Vos aus den Niederlanden zufriedengeben. Im Männer-Rennen hatten die Athleten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) ohne den erkrankten U23-Weltmeister von 2009, Philipp Walsleben, mit der Medaillenvergabe nichts zu tun. Den Titel im Eliterennen sicherte sich der Tscheche Zdnek Stybar vor dem Belgier Klaas Vantornout und dem Niederländer Sven Nys.
Der WM-Verzicht des an einem Magen-Darm-Infekt erkrankten deutschen Cross-Meisters Walsleben hatte zuvor hohe Wellen geschlagen. Belgische Medien unterstellten überhöhte Hämatokritwerte als tatsächlichen Grund für die Abreise des Fahrers aus Kleinmachnow. Das sei «völlig aus der Luft gegriffen», erklärten Walsleben und BDR- Vize Udo Sprenger.
Ihm sei in den vergangenen Tagen kein Blut abgenommen worden, teilte Walsleben mit. «Und ohne Blutabnahme kann niemand - selbst ich nicht - meinen aktuellen Wert kennen. Ich weiß nicht, wie das belgische Fernsehen zu dieser Information gekommen sein will. Ich bin von der Weltmeisterschaft abgereist, weil ich krank war, nicht weil ich etwas zu verbergen habe oder gar gesperrt werden würde», hieß es in seiner Stellungnahme.
«Walsleben ist bereits krank am Mittwoch angereist und erholte sich in Tabor nicht von einer Magen-Darm-Infektion. Deshalb wurde er am Samstag nach Hause geschickt, nachdem ein Arzt des Weltverbandes UCI ein Attest auf eine Viruserkrankung ausgestellt hatte. Walsleben hat sich in Tabor überhaupt keiner Blutkontrolle unterzogen, die einen überhöhten Hämatokritwert hätte ergeben können», sagte Sprenger der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bester Deutscher im Eliterennen war der Berliner Christoph Pfingsten auf Platz 24.
Die 22-jährige Marianne Vos, die das Ziel nach der Renndauer von 40 Minuten 45 Sekunden vor der vierfachen Radcross-Weltmeisterin Kupfernagel passierte, hatte sich gleich nach dem Start auf der anspruchsvollen Strecke an die Spitze gesetzt. Sie schlitterte vor über 10 000 Zuschauern auf der vereisten Piste unangefochten zum erneuten Erfolg. Hanka Kupfernagel stand zum zehnten Mal in elf Jahren auf dem Podium.
«Das waren sehr schwierige Bedingungen, und deshalb bin ich mit Silber sehr zufrieden. Das war heute das Optimum für mich - Marianne war einfach zu stark», sagte Hanka Kupfernagel. Die 35-Jährige hatte sich verbissen von Platz fünf auf den zweiten Platz vorgekämpft und auch einige gefährliche Wackler auf dem spiegelglatten Untergrund weggesteckt. In der zweiten von fünf Runden hatte sie sich auf die erste Verfolgerposition geschoben. Im Ziel hatte die Zeitfahr- Weltmeisterin von 2007 immerhin 16 Sekunden auf die drittplatzierte Daphny van den Brand herausgefahren und damit einen niederländischen Doppelerfolg verhindert.
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