Presseartikel
WM-Trikot geht nach Franken
25. August 2009 Ostthüringer Zeitung
Ostthüringer Zeitung
Die 10 Jahre alte Lena Zidlicky konnte ihr Glück gar nicht fassen. "Das ist doch die Frau Kupfernagel", sagte sie gestern Morgen vor einem Eisenberger Sportgeschäft.
Oma Heike Ziegler aus Serba-Trotz nickte nur kurz und lächelte. Dann holte die vierfache Radcross-Weltmeisterin ihr WM-Trikot heraus und drückte es der überraschten Lena in die Hand. "Glückwunsch, ich habe gehört, du hast mein Trikot gewonnen."
Lena kommt aus dem fränkischen Röttenbach. Der 5000-Seelen-Ort liegt 15 Kilometer von Erlangen entfernt. In ihren Sommerferien ist Lena immer für drei Wochen in Thüringen zu Besuch bei ihren Großeltern. Und diesmal hatte sie großes Glück.
Sie hörte von der Verlosung des WM-Trikots in der OTZ. Sicherheitshalber schrieb Oma Heike auch die Adresse aus Serba-Trotz mit auf die Karte. Vorigen Freitag wurde gelost in der Sportredaktion der Ostthüringer Zeitung. Ressort-Leiter Heiko Faber zog die Karte von Lena.
"Ich komme nach den Ferien auf die Realschule nach Höchstädt, habe mich für eine Sportklasse eingeschrieben", sagte die junge Gewinnerin. Ihre Hobbys sind das Einrad-Fahren und das Reiten. Im Eisenberger Mühltal besucht sie oft die Pferde an der Meuschkensmühle. Der prominente Gast aus dem Frauen-Radsport nahm sich viel Zeit, hörte gespannt zu.
"Ich wollte früher auch gern reiten, doch dazu fehlten uns die Beziehungen. So bin ich auf einem Draht-Esel hängen geblieben", sagte Hanka Kupfernagel. Die Trikot-Gewinnerin, die noch die nächsten zwei Wochen in Klengel-Serba und Umgebung zu Besuch ist, hatte eine Menge Fragen parat. "Bist du schon mal schlimm gestürzt?", war eine. Hanka Kupfernagel musste schon etwas schlucken, aber dann erzählte sie ihr kürzliches Missgeschick vom schlimmen Sturz in Kanada.
"Ich dachte der Sturz-Bereich war schon vorbei, dann hat´s mich doch erwischt. Ich lag auf dem Rücken. Als ich aufstehen wollte, habe ich nur das ganze Blut gespürt, was aus meiner Nase floss." Dabei zeigt sie auf ihre Nase und auf ihr rechtes Auge. "Ich hatte noch großes Glück, dass ich einen Helm auf hatte und auch eine Brille trug, denn das Kettenrad hat sich unterhalb meines rechten Auges eingeritzt. Ohne Brille wäre es wohl noch viel schlimmer ausgegangen."
Die Blessuren sind verheilt. Gestern sah man in ihrem Gesicht nichts mehr von dem Unfall. Eine weitere Frage war, wie viele Fahrräder sie schon gefahren ist. Hankas Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: "Pro Saison brauche ich jetzt fünf Räder. Angefangen hatte ich mit einem. Das hatte drei Gänge, also ein ganz einfaches Rad."
Und die spannendste Frage hob sich die kleine Lena zum Schluss auf. "Wie bist du zum Radfahren gekommen?" - "Ich war elf, da kam ein Trainer in unsere Schule und fragte, wer Radfahrerin werden wollte. Da habe ich zugesagt. Mit 12 Jahren bin ich mein erstes Rennen gefahren."
Dann war die kleine Fragerunde beendet. Hanka Kupfernagel signierte das Trikot, schrieb eine Autogrammkarte - und lud Lena, ihren Bruder Johannes (7) und Oma Heike zum Eis-Essen ein.
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