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Das Unternehmen Regenbogen

29. JANUAR 2009

Erschienen in: Badische Zeitung (29.01.09)

DENZLINGEN. Als Erstes fällt das imposante, großzügige Wohnmobil auf, das Hanka Kupfernagel von einem Kehler Sponsor zur Verfügung gestellt bekommen hat. Daneben fährt sie seit kurzem für ein neues Team, dazu auf einem neuen Rad. Vieles ist also neu bei Deutschlands wohl erfolgreichster Radsportlerin, nur eines soll so bleiben, wie es ist: Auch vom kommenden Sonntag an wäre die 34-Jährige gerne weiter in ihrem Lieblingstrikot unterwegs – in den Farben des Regenboges, als Weltmeisterin im Rad-Cross. Im niederländischen Hoogerheide, nahe der belgischen Grenze, wird sie am Sonntag um 11.30 Uhr versuchen, ihren vor Jahresfrist im italienischen Treviso gewonnen Titel zu verteidigen.

Dreimal ist die gebürtige Thüringerin, die heute in Denzlingen lebt, schon Cross-Weltmeisterin gewesen, ebenso oft ist sie Zweite geworden in dieser Disziplin. Sie ist also eine der Großen ihres Fachs, zumal sie den Cross-Weltcup in diesem Winter schon vorzeitig abgeräumt hat. Doch ob’s in Hoogerheide klappt mit dem erneuten Coup? Hanka Kupfernagel gibt sich zuversichtlich. "Die Strecke dort liegt mir", sagt sie, und berichtet voller Bewunderung von den zigtausend Besuchern, die sich dort regelmäßig einfinden. "Das", sagt sie, "stimuliert mich."

Doch Vorsicht: Die Konkurrenz ist nicht nur groß, sondern ebenfalls motiviert. Auf fünf, sechs Fahrerinnen, glaubt Kupfernagel, müsse sie mächtig aufpassen. Gleichwohl: Es wäre der blonden Modellathletin, die auch amtierende Weltmeisterin im Zeitfahren auf der Straße ist, eine Art innerer Vorbeimarsch, würde sie erneut ganz oben auf dem Treppchen stehen. Ein bisschen geistert schließlich noch Olympia in Peking in der Erinnerung herum – und die ist nicht gerade positiv. Im Zeitfahren lief es nicht so, wie gewünscht – beim Straßenrennen gleich gar nicht. Ein paar Querelen gab’s, kurzum, Hanka Kupfernagel will das alles vergessen machen. Sie will zeigen, dass sie die Beste ihres Faches ist hierzulande. Und bis Olympia 2012 in London will sie sowieso auf dem Rad sitzen.

Gerüstet fürs Wochenende ist sie allemal. Zwei Weltcuprennen hat sie gewonnen in diesem Winter, sechsmal war sie als Zweite im Ziel. Was ihr, wie sie sagt, "ein bisschen wehgetan" hat. Zuletzt, im Training, ist aber alles zu ihrer Zufriedenheit gelaufen: "Ich denke, ich bin gut in Form". Im Kaiserstuhl und am Tuniberg ist die Wahl-Denzlingerin zuletzt öfters unterwegs gewesen, zwei bis drei Stunden am Tag, manchmal in Begleitung von Johannes Fröhlinger und Fabian Wegmann, den beiden in Freiburg lebenden Milram-Profis. Dazu ist sie täglich gelaufen, hat ihr Rad auf die Rolle gestellt.

Für gute Betreuung sorgen auch noch andere. Wolfgang Heer aus Teningen ist für Hanka Kupfernagel "der Mann mit dem goldenen Schraubenzieher", Norbert Werner aus Emmendingen , "der mit den heilenden Händen". Schrauber und Kneter sozusagen – und nicht zu vergessen Lebensgefährte, Manager und Hansdampf in allen Gassen, Mike Kluge. Der war im Rad-Cross auch schon Weltmeister (1985) und lenkt das ganze Unternehmen. Ihr aller Ziel: Hanka Kupfernagel soll sich das begehrte weiße Textil erneut überstreifen dürfen.
Hanka Kupfernagel - Das Unternehmen Regenbogen
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