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Experiment mit offenem Ausgang

23. JUNI 2009

Erschienen in: Potsdamer Neueste Nachrichten

Potsdam – Ohne Frage: Hanka Kupfernagel ist schon besser in eine Saison gestartet. Ein wenig wollte sich die amtierende Cross-Vizewelt- und Europameisterin in diesem nacholympischen Jahr zwar zurücknehmen. Doch dass ein Sturz sie dann gleich fünf Tage im Training behindert, bedauert der Radprofi aus Werder an der Havel dann doch zutiefst. Bei der Tour de PEI Anfang des Monats in Kanada wurde die 35-Jährige in einen Sturz verwickelt (PNN berichteten). Eine allem Anschein nach noch unerfahrene Fahrerin hatte kopflos auf eine Karambolage im Vorderfeld reagiert und war von links fast ungebremst in Kupfernagels Rad gefahren. Während das Rennen für die Unfallverursacherin im Krankenhaus endete, kam die Olympiazweite von 2000 mit einem Cut zwischen den Augen und mehreren Schürfwunden relativ glimpflich davon. „Dennoch konnte ich fünf Tage lang nicht aufs Rad, und das macht sich zu Saisonbeginn schon bemerkbar“, sagt Kupfernagel. „Die meisten anderen Fahrerinnen sind bereits im Februar und März ins Geschehen eingestiegen und haben mir gegenüber jetzt deutliche Vorteile.“

Wie groß die sein werden, wird sich bereits am Freitag dieser Woche zeigen, wenn Hanka Kupfernagel mit der Startnummer eins bei den Deutschen Meisterschaften in Cottbus in die Entscheidung im Einzelzeitfahren der Elite ins Geschehen eingreifen wird. Die Deutsche Meisterschaft im Einer- Straßenfahren der Elite Männer und Elite Frauen werden am Sonntag ausgetragen.

„Ich gehe zwar als Titelverteidigerin an den Start, in der Favoritenrolle sehe ich mich diesmal aber ganz und gar nicht“, sagt die amtierende Deutsche Meisterin im Einzelzeitfahren. Auf ihrer Liste stehen da eher Judith Arndt vom Team Columbia Women sowie Trixi Worrack und Charlotte Becker von der Equipe Nürnberger. „Die stehen derzeit besser im Training. Aber bei solchen Meisterschaften kommt es ja immer auch ein wenig auf die Tagesform an. Ich gehe also trotz meines Missgeschicks hoch motiviert an die Aufgabe“, sagt sie. Die Weltmeisterschaften im September im schweizerischen Mendrisio bleiben Kupfernagels Ziel. „Die Zusammenarbeit mit dem neuen Bundestrainer Thomas Liese und dem jungen Team, wie zuletzt in Kanada, hat mich wirklich motiviert“, lässt sie wissen. „Und ich bin schon öfter wieder aufgestanden.

Eine gute Vorbereitung auf die 40 km lange Strecke von Cottbus nach Peitz und zurück gönnte sich Hanka Kupfernagel am vergangenen Wochenende. Zum ersten Mal nahm sie am Black Forest Ultra Marathon über 43 Kilometer teil und setzte sich bei dem traditionellen Rennen für Hobbyfahrer und „Jedermänner“ sofort an die Spitze. „Darauf baue ich jetzt auf, denn ich habe gesehen, dass ich trotz meines Trainingsrückstands in guter Form bin“, sagt sie. „Die Deutschen Meisterschaften sind somit wie ein Experiment, dessen Ausgang noch offen ist.“

Hanka Kupfernagel - Experiment mit offenem Ausgang
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